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Vier Mann und ein Ziel - Kreuzbergwanderung 09.07.2009

15 Stunden Wanderung am Stück, 70 km Streckenlänge,
1500 Höhenmeter auf und 800 m ab

Eine solche Idee entsteht meist unter nicht ausgelasteten Rentnern und Pensionären, vor allem dann, wenn sie noch Mitglied im DAV sind. Zugegebener Maßen war die Idee schon einige Jahre alt. Wir haben sie aber immer wieder verschoben bis wir uns darauf besannen, dass es irgendwann gar nicht mehr möglich sein wird.

Der Wecker ging um ein Uhr, um zwei Uhr war Abmarsch. Wir (Manfred, Eberhard, Günter und ich) trafen uns um zwei Uhr. Gutgelaunt, bei Vollmond, ging es über das Edelweiss durch den Wald nach Gössenheim. Stirnlampen waren nur im Wald erforderlich. Um 4:00 Uhr zwitscherten die ersten Vögel rechtzeitig zum Tagesanbruch. Der angesagte Regen blieb immer noch aus. So konnten wir bei einer kurzen Rast in Weyersfeld bereits die vorsorglich angezogenen Regenjacken ausziehen. Es war schon angenehm warm. Wir waren guter Laune und freuten uns auf das was auf uns zukommen wird.

Den Sodenberg mit einem wunderbaren Blick Richtung Rhön überquerten wir ohne Pause und stiegen Richtung Diebach ab. Dort trafen wir einen Zeitungsausträger, welcher uns eine Bäckerei empfahl Wir konnten den freundlichen Bäcker zur vorzeitigen Öffnung seines Geschäftes ermuntern. Er kredenzte uns frisches Gebäck und einen köstlichen Kaffee. Im Gespräch erkannten wir in ihm noch einen früheren AH-Fußballer der öfters gegen uns Karlburger spielte. Hier vermisste ich meine Brotzeit die zuhause im Kühlschrank lag. Die Zeit drängte. Wir mussten weiter. Unser Ziel lag noch 12 Stunden vor uns. Die ersten Blasen behinderten Günter. Er lief aber ohne Murren unser Tempo mit. Mittlerweile zeigte sich sogar die Sonne. Wir waren mit der Welt zufrieden. Wenn sich nur nicht die ersten Druckstellen an den Füßen bemerkbar machen würden.

In Hetzlos war eine kurze Rast bei einem uns bekannten Wirt. Auch er öffnete uns seine Pforten, obwohl noch geschlossen war. Günter suchte vergeblich sein Blasenpflaster. Wir konnten ihm leider nicht helfen.

Wir hatten jetzt knapp die Hälfte der Strecke hinter uns. Die Schmerzen an den Füßen krochen langsam höher. Die Waden meldeten schon :“Bitte nicht mehr so lange“. Eberhard aber erhöhte nochmals das Tempo. Wir liefen mit ca. 5,5 km/Stunde. Kurz nach Singenrain fand Günter, welch ein Wunder, sein Pflaster wieder und wir konnten ihn behandeln. Sein Gang wurde aber immer hopeliger.

Unser nächstes Ziel war jetzt das Mittagessen auf der Würzburger Hütte in den Schwarzen Bergen. Ein steiler Anstieg von Geroda aus forderte nun schon manche Kraftreserve. Jetzt meldeten sich auch schmerzhafte Gelenke, Schienbeine, Knie und Hüften, kurz alles was am Laufen beteiligt war.

Der Ausblick auf die Rhöner Vorberge versöhnte uns aber ganz schnell. Wir gönnten uns hier eine Stunde Pause und ein warmes Essen.

Der Weitermarsch Richtung Kissinger Hütte ist eigentlich ein Naturerlebnis pur. Doch hatte sich während der Pause unser Körper auf Ruhe eingestellt. Es war gar nicht so einfach wieder einen normalen Gang aufzunehmen. Der Blick von der Kissinger Hütte hinüber zum Kreuzberg weckte dann die letzten Kräfte, noch 7 km. Als Zubrot kam jetzt der Abstieg zum Gukas-Pass und dann der Aufstieg zum Kreuzberg. Es kam der Punkt an dem jeder Kilometer im Meter gezählt wurde. Um 17:00 Uhr war das Ziel erreicht. Wir machten scheinbar einen müden Eindruck. Jedenfalls fragte uns ein Wanderer „Ihr seid heute sicher 30 km gewandert“. So kann man sich täuschen!

Das Kreuzberg-Bier und eine gute Brotzeit heilten schnell unsere Wunden. Auf der Heimfahrt wurden schon wieder neue Pläne geschmiedet.

Hans-Rolf Brückler

 

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