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Blumenkohleis - Eiskletterkurs 02/2009

Blumenkohleis? Schmeckt das? Kann man das überhaupt essen? – Essen könnte man es wohl schon, aber schmecken würde es wahrscheinlich nicht. Dass Blumenkohleis nichts zu essen ist, sondern eine besondere Form von Wasserfalleis, diese und weitere interessante Tatsachen haben wir bei unserem „Anfängerkurs Wasserfalleisklettern“ im Maltatal während dem verlängerten Faschingswochenende gelernt.

Der Kurs wurde von Fachübungsleiter Thomas Bauereisen geleitet, wobei er vom „alpinen Haudegen“ Lothar tatkräftig unterstützt wurde. Teilgenommen am Kurs haben drei Mitglieder der DAV Sektion Main-Spessart und je eine Person der Sektion Aschaffenburg und Fürth.

Samstag früh um 2.00 Uhr ging es los, in Richtung Österreich, über chaotisch verschneite und viel befahrene Autobahnen ins Maltatal. Pünktlich zum Frühstück an unserem Gasthof „Hubertus“ angekommen, wurde nach kurzer Stärkung der Equipment-Keller des Hauses geentert und benötigtes Material wie Steigeisen & Eisgeräte für die 4 Tage kostenlos!!! ausgeliehen. Kurz darauf sollte es dann auch gleich losgehen, motiviert wie wir waren, versuchten wir die gesperrte Malta-Hochalmstrasse ohne Schneeketten zu befahren, was zur Folge hatte, dass wir nach ein paar hundert Metern die Ketten direkt in der Steigung auf der Strasse aufziehen durften. Wurde am ersten Tag beim Anlegen noch die Bedienungsanleitung zu Rate gezogen, so waren wir an den nächsten Tagen schon wesentlich sicherer, und das Befestigen und Demontieren der Schneeketten wurde zur leichten Routine. Mit Schneeketten konnten wir die Fahrt dann fortsetzen, und unser Tagesziel, mehrere Fälle in der Maltaschlucht waren schnell erreicht.

Nach kurzem Zustieg, Anlegen des Klettergurtes, und Abseilen von oben in den Wasserfall, war unser erstes Ziel erreicht. Nachdem unsere zwei Guides drei Toprope-Stellen eingerichtet hatten, und nach kurzer Einweisung in die Handhabung der Eisgeräte und Steigeisen, durften wir unsere ersten Versuche machen, einen Eisfall zu erklettern. Nachdem die erste Vertrautheit mit dem Eis hergestellt war, gab es am Fuße des Falles Theorieunterricht in „Standplatzbau im Eis“, „Eisschrauben setzen“, „Abalakov Eissanduhren bohren“ usw. Danach wurden weitere Toprope Versuche gestartet, u.a. mit Eisschrauben setzen und anderen Übungen.

Zum Abschluss des Tages durfte jeder noch mal an einem sehr schönen, ca. 30m hohen Wasserfall im Toprope klettern, welcher die meisten bis ans Ende ihrer Kräfte brachte.
Danach war zusammenpacken angesagt, da es schon langsam dunkel wurde, und nach kurzem Frischmachen in unserem Gasthof, gingen wir zum Abendessen ins Hotel „Malteinerhof“, welches uns die nächsten Tage jeweils zum Abendessen verköstigen sollte. Während des Essens kamen wir im Nebenzimmer noch zufällig in den Genuss, den Eiskletter-Lehrfilm des OEAV zu verfolgen. Nach diesem langen, anstrengenden und ereignisreichen Tag waren alle recht froh als das Bett rief, da es ja am nächsten Tag gleich weitergehen sollte.

 

Für Samstag stand der 550 Klettermeter lange und ca. 250 Höhenmeter hohe Strannerbach Wasserfall auf dem Programm. In zwei Zweier- und einer Dreierseilschaft machten wir uns auf den Weg diesen zu erklimmen. Jeder einzelne durfte seine ersten Vorstiegserfahrungen mit dem vollen Programm, wie Schrauben setzen, Standplatzbau und von oben Nachsichern, machen. Für die (den) weniger alpin Erfahrenen gab es noch Theorienachhilfe in Sachen Seilkommandos usw. In einigen Teilen des Falles lagen große Mengen Schnee, weshalb man sich teilweise nicht wie beim Eisklettern Vorwärtsbewegte, sondern sich wie auf einer Hochtour durch tiefen Schnee kämpfen musste. Nach ca. 5h Aufstieg trafen wir mit Thomas und Michael zusammen, die vorausgeeilt waren und sich schon auf dem Rückweg befanden. Man beschloss gemeinsam, den Fall nicht bis ganz zum Ende fertig zu klettern, da die Zeit nicht mehr reichen würde, und man nicht in die Dunkelheit kommen wollte. Schließlich hatten wir auch noch ca. 1,5h abseilen vor uns um wieder zu unseren Autos zu gelangen. Außerdem hatten wir uns für 18.00 Uhr die hauseigene Sauna vorheizen lassen, welche wir nach dieser langen Tour auch alle genossen.

Beim Abendessen bekamen wir erneut ein unerwartetes Abendprogramm, da ein paar russische Eiskletterer einen Diavortrag hielten. Wir bekamen sehr beeindruckende Bilder vom Trekking in Patagonien (so viel gutes Wetter kann man da eigentlich gar nicht haben) und vom Eisklettern am Ben Nevis in Schottland zu sehen. Da die Bilder sehr aussagekräftig waren, machte es auch nicht so viel aus, dass man von dem russischen Vortrag nichts verstand.

 

Am dritten & vorletzten Tag hatten wir einen etwas längeren Zustieg zum rechten der beiden „Mittleren Maralmfälle“. Da wir den Zustieg sehr zügig gestalteten, schafften wir es vor einer anderen Gruppe da zu sein, und uns somit die besten Routen zu sichern. Die anderen zogen es dann vor, an einen anderen Eisfall zu gehen. Lothar machte heute mit zwei Leuten eine Tour durch den kompletten Fall, während wir anderen drei mit Thomas Techniktraining machten. Dies beinhaltete die Füße richtig zu setzen, Pickeltechnik, Quergänge zu bewältigen und weitere Feinheiten. Des Weiteren machten wir noch ein paar Vorstiegsversuche. Am Nachmittag war die Gruppe wieder vereint, und jeder durfte das klettern, wozu er Lust hatte.

Am Faschingsdienstag, dem letzten Tag unserer Tour, landeten wir nach längerem Suchen an einem Eisfall mit dem Namen „Aluhol“. Lothar, Michael und ich machten eine 4 Seillängen Tour durch den kompletten Fall, während sich die anderen 4 in zwei Zweierseilschaften in den unteren 2 Seillängen aufhielten, um dort das Vorsteigen zu üben. Nachmittags um 15.00 Uhr wurden die Sachen gepackt, da ja heute noch die Heimfahrt auf dem Programm stand. Nach Rückgabe der Leihutensilien und einem gemeinsamen Kaffee verabschiedeten wir uns, und unsere beiden Autos fuhren getrennt in Richtung Heimat.

Nach diesen vier Kurstagen wurde von allen Teilnehmern ein sehr positives Resümee gezogen. Wir waren mit den uns beigebrachten Kenntnissen sehr zufrieden, hatten alle unseren Spaß und hatten einige Adrenalinschübe beim Klettern. Jeder konnte seine Fähigkeiten erweitern und alle haben neue (gute) Erfahrungen gemacht.
Sehr zufrieden waren auch alle, dass niemandem etwas passiert ist, und alle gesund wieder Zuhause ankamen.

In diesem Sinne bedanke ich mich noch mal im Namen aller Teilnehmer bei den beiden Kursleitern, für die nette und kompetente Leitung und Organisation.
Alex / DAV Sektion Aschaffenburg

P.S. Wenn sich jemand für das Eisklettern interessiert, dem sei das Maltatal und speziell die Pension Hubertus wärmstens zu empfehlen. Das Tal ist durch seine vielfältigen Eisklettermöglichkeiten in diversen Schwierigkeitsgraden und die meist sehr kurzen Zustiege eigentlich optimal. Die Pension hat eine Menge Equipment, das kostenlos geliehen bzw. getestet werden kann.
Mehr Infos unter: http://www.maltatal-alpin.at/index1.htm

 

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