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In´s Land der Blumen fliegen ....

Gruppenreise nach Madeira vom 23.-30.04.2010, organisiert und geleitet von Dagmar Kessel und Bernd Hahn.

Gejuckt hat es uns schon immer, die Blumeninsel Madeira kennen zu lernen und als im Newsletter das Angebot der Sektion zu lesen war, hieß es für uns, sofort anmelden und wir taten gut daran, denn viele lockte das Programm. Dann allerdings hätten uns das große Unwetter im Februar und der Ausbruch des Vulkans Eyafjällajökull mit seiner Aschewolke fast einen Strich durch die Rech-nung gemacht. Aber, wenn Engel reisen, lacht der Himmel und so landeten wir, 12 an der Zahl, mit eigenem Physiotherapeuten und Ärztin am 24.04. kurz nach Mitternacht ohne Zwischenfälle, aber auch ohne Gepäck in Funchal Airport, wo unser Busfahrer schon auf uns wartete, um uns in unser Hotel Quinta Alegre in Estreita da Calheta zu bringen. Das nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit geführte 25-Zimmer-Haus liegt hoch über dem Meer und bietet alles, was des Wanderers Herz begehrt: Gutes Essen, preiswerte Getränke, gepflegte Zimmer, Swimmingpool, geschmackvolle und großzügige Aufenthaltsräume drinnen wie draußen und einen immer freundlichen Hoteldirek-tor, der einen bei der Tourenplanung kompetent berät. Wirklich ein Glücksgriff, danke Dagmar!

 

Da wir beim Hinflug alle unsere Bergstiefel trugen, konnten wir – trotz Gepäckverlust – die geplan-te 5stündige Wanderung vom Hotel aus auf einem Teil der über 40 km langen Levada rund um Calheta nach kurzer Nachtruhe und opulentem Frühstück starten. Levadas sind künstlich angeleg-te Bewässerungskanäle, die das Wasser aus den Bergen zu den recht trockenen aber fruchtbaren Böden an der Küste bringen. An bzw. auf ihnen entlang kann man meist bequem wandern. Wir genossen die eukalyptus-geschwängerte Luft und die gerade zu blühen beginnenden “Lieben von Afrika“, waren aber verblüfft über die vielen Brandschäden. Später erfuhren wir, dass die Madeirer absichtlich Feuer legen, um so an Brennholz zu kommen, weil in den Naturschutzgebieten, d.h. fast überall, nur geschädigte Bäume geschlagen werden dürfen.

 

Nach dem eher gemütlichen Einlaufen am Samstag wollte Bernd unsere Knie und Kondition am Sonntag testen, indem er uns vom Hotel Jardim Atlantico aus zunächst auf dem “Königsweg“ mehr als 550 m in die Tiefe an den Strand von Paul do Mar schickte, um uns dann auf dem Telegrafen-weg wieder mehr als 640m nach Faja da Ovelha hinaufzutreiben. Die langgezogene Levadawan-derung zurück nach Prazeres, oft durch bewohntes Gebiet, war nach den spektakulären Ausbli-cken auf dem Königsweg dann doch etwas ermüdend und erforderte erste Blasenopfer, die aber Walter vorbildlich behandelte. Nach 6 Stunden hatten wir alle den Test bestanden und durften am Montag mit auf die bekannteste und anspruchsvolle Gebirgsroute Madeiras. Ab und Auf führte uns der schmale, gepflasterte, gut gesicherte Gratweg vom Pico do Arieiro durch mehrere feuchte, fledermausbewohnte Tunnels und eine wilde Landschaft an tiefen Abgründen vorbei zum höchsten Gipfel Madeiras, dem Pico Ruivo da Santana (1862m), der sich an diesem Tag eigens für uns nicht in Wolken und Menschenmassen hüllte. Nach diesem Ausflug auf der “Chinesischen Mauer“ Madeiras schmeckte die Gipfelschnapsprobe, die Walter und Christine boten, besonders gut. Der Abstieg zur Achada de Teixeira war dann nur noch ein Klacks. Wir hatten nach gut 3 ½ Stunden laut Theresias Schrittzähler knapp 12 km und über 4500 Aerobicschritte geschafft, gut 500 kcal verbraucht und 33g abgenommen.

Gruppenbild Faja da Ovelha

Bergwelt Madeiras

 

Die kleinen, reetgedeckten Dreieckshäuser in Santana, die wir bei der Heimfahrt besichtigten, zeigten, wie ärmlich früher die Madeirer lebten, die bis 1973 noch als “Leibeigene“ Frondienste für die Gutsherren und Quinta-Besitzer leisten mussten.

Zum Ausgleich für die Strapazen am Montag war für Dienstag eine leichte Tour vollkommen ande-ren Charakters angekündigt: Durch das Naturschutzgebiet der einzigen (Hoch)-Ebene von Madeira Paul da Serra zum Forsthaus Fanal, wo die ältesten Lorbeerbäume der Insel wachsen, so dass Vorwitzige auf die Mitnahme von Stöcken und Kniebandagen verzichteten. Ein Irrtum, der sich schmerzlich bemerkbar machte. Zwar genossen wir nach den Pflasterwegen der Vortage den wei-chen Hochmoorboden, aber der neu angelegte Weg führte in ständigem Auf und Ab über viele, viele Treppen, so dass Theresias Schrittzähler am Schluss mehr als 10 000 Aerobic-Schritte re-gistrierte. Der Besuch des Meerschwimmbades in Porte Monte sollte den angestrengten Muskeln Ausgleich bieten. Leider war es wegen Reinigungsarbeiten geschlossen. Besonders Wagemutige stürzten sich trotzdem im nahegelegenen Naturschwimmbad in die atlantischen Fluten. Es war etwas kühl, aber hat gut getan. Aufwärmen konnten wir uns dann nach einem Blick vom Leucht-turm Ponto do Porgo in der historischen Zuckermühle von Calheta, die immer noch in Gebrauch ist, mit einem echten Madeira-Rum.

 

Die Abschlusswanderung am Mittwoch von Canical über die Bosca do Riscdo (gefährliche Öff-nung) nach Porto Cruz an der Nordküste war für viele wohl die schönste der abwechslungsreichen Touren, auch wenn manche Stellen Bauchkribbeln hervor riefen. Schade, dass wir nach 3 Stunden schon unser Ziel erreichten, wir hätten noch stundenlang rund 300m über dem Meer an der Steil-küste entlang laufen können, wo sich immer wieder neue Ausblicke und Abgründe auftaten. Hier konnte Bernd auch bei einer dramatischen “Stockrettungsaktion“ beweisen, dass er den Titel “Wanderführer“ zu Recht trägt. Mit dem Besuch einer Korbflechterei und einer Fahrt auf den schmalen Serpentinenstraßen des Nordens, der nicht wie der Süden mit Tunnels (mehr als 320 Autotunnels) erschlossen ist, fand auch dieser gelungene Sonnentag am Pool seinen Ausklang.

 

Ein Muss bei einem Madeira-Besuch ist die Besichtigung der quirligen Hauptstadt Funchal, durch die uns der einheimische Guide Manuel sachkundig führte. Erstaunlich, wie gut die schweren Unwetterschäden vom Februar schon alle aufgearbeitet waren. Vom Heiligtum Montes ging’s per Korbschlittenfahrt zum berühmten Botanischen Garten, zum Fisch- und Gemüsemarkt, in die Altstadt und zu allem, was jeder für sich in Funchal noch entdecken wollte. Nicht fehlen durfte auf dem Heimweg natürlich die Verkostung des berühmten Madeiraweins in einer der größten Weinkellereien Madeiras und ein Blick vom über 400 m hohen Miradoura Capo Girao, dem zweithöchsten Kap Europas, wo uns wieder einmal erstaunte, auf welch winzigen, aberwitzig gelegenen Terrassen die Madeirer ihre Kartoffeln und andere Feldfrüchte anbauen, bevor es am nächsten Tag hieß: Good bye Madeira, obrigado/a für eine schöne Zeit.

 

Fazit: Wir haben in der kurzen Zeit, vom Sonnenschein begünstigt viele Facetten von Madeira er-lebt, danken Dagmar und Bernd ganz herzlich für alle Mühe und Arbeit und hoffen, dass sie bald wieder eine ähnliche Fahrt organisieren, bei der wir, Sigrid, Manfred, Christine, Gerlinde, Willi, Theresia, Walter, Anneliese. Edgar und Roswitha dabei sein können.

Roswitha Vorndran

 

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