[ Zur Hauptnavigation springen ]

[ Zur Unternavigation springen ]

[ Zur Suchnavigation springen ]

[ Zur Servicenavigation springen ]

[ Zum Inhalt springen ]

[ Zu den aktuellen Meldungen springen ]

Servicenavigation:


Unternavigation:

Inhalt:

Marmolada - die Königin der Dolomiten

Keep you dry for high performance!

13.08.2010 bis 16.08.2010 – So war die Tour in den Sektionsnachrichten angekündigt. „Wisst ihr überhaupt, auf was ihr euch da einlasst?“, mit diesem Satz begrüßte uns Katja beim Vortreffen im Biergarten. Wie üblich wurde der Ablauf der Tour besprochen und die Ausrüstung geprüft – die Vorfreude war groß.

Am Freitag, den 13. August, sammelten die Schechs mit einem angemieteten Bus alle Teilnehmer ein, und so fuhren wir gemeinsam in Richtung Dolomiten. Schon unterwegs setzte der Regen ein und wich nicht mehr von unserer Seite. Um 16 Uhr erreichten wir unseren Ausgangspunkt, den Lago di Fedaia (2054m), wo wir den Bus parkten. Nach der langen Autofahrt sehnte sich jeder nach Bewegung. Trotz strömenden Regens, welcher unsere Stimmung nicht trübte, zogen wir unsere Wander- und Regenbekleidung an, spannten die Schirme auf und nach Katjas Ausruf „Attacke“ ging es bergauf. Vom starken Wind fast trocken geblasen, erreichten wir 1¼ Stunden später unser erstes Quartier, das Rifugio Pian del Fiacconi (2626m) mit Seilbahnanschluss.
Es war ein gemütlicher Aufstieg, genau richtig zum Warmlaufen und um körperlich und geistig „anzukommen“. Wir waren die einzigen Gäste. Am Ofen wurden unsere Sachen schnell trocken und das Abendessen war lecker – Polenta mit Gulasch. Voller Erwartung, was uns der nächste Tag bringen sollte (Wetter, Tour…), legten wir uns ins Bettenlager.

 

Samstag 14.08.2010: Bei klarem Wetter und 6 Grad Lufttemperatur starten wir um 7:30 Uhr in Richtung Marmolada. Phantastische Weitblicke zum bekannten Piz Poe und dem Langkofel begleiten uns. Nach einer Stunde und 965 Höhenmeter mehr legen wir die Klettergurte an. Der Weg führt uns durch eine schneebedeckte Scharte, und um 9:20 Uhr beginnt der Einstieg in den Westgrat, den ältesten Klettersteig der Dolomiten. Er ist gut zu gehen – mehrere senkrechte Leitern müssen erklommen werden.

Nachdem der Westgrat bezwungen ist, stapfen wir über ein steiles, lang gezogenes Schneefeld dem Gipfel entgegen. Es ist soweit, wir haben es geschafft. Genau zur Mittagszeit sind wir auf der Königin, dem höchsten Berg der Dolomiten (3342m), der Marmolada. Sie empfängt uns in Nebel gehüllt und mit eiskaltem Wind. Schön, dass sich am Gipfel eine winzige bewirtete Hütte befindet, wo wir uns mit einer warmen Mahlzeit belohnen. Lange können wir nicht bleiben, da uns die Schlechtwetterwolken im Nacken sitzen.

Gut gestärkt wagen wir den Abstieg. Mit Steigeisen ausgerüstet überqueren wir zuerst ein Schneefeld. Anschließend passieren wir wieder „angerödelt“ eine Klettersteigpassage. Inzwischen wird die Sicht immer schlechter, Regen setzt ein und blanke oder mit Geröll bedeckte Eisplatten liegen vor uns. Der letzte Abschnitt wird zur kleinen Rutschpartie. Gut gesichert in zwei Seilschaften und mit Eispickeleinsatz (gell Michael) kommen wir gut voran. Alle Kommandos von Katja wie „Rettungsseil schlapp, auf Zug, warten, stopp, weiter“ wurden diszipliniert befolgt. Um 16:00 Uhr sind wir alle wohlbehalten wieder an der Hütte und gondeln mit der Korbseilbahn talabwärts zum Parkplatz. Völlig durchnässt und frierend steigen wir ins Auto und fahren zu unserem zweiten Quartier, dem Rif. E. Castiglioni.

Nach einer heißen Dusche, trockener Kleidung und, je nach Gusto, einem Teechen, Weinchen oder Bierchen sind wir alle glücklich und zufrieden mit diesem Tag. Heute hat es für manche(n) ganz neue Erfahrungen gegeben. Ob das Gehen in einer Seilschaft oder das Erzwingen des ersten Dreitausenders, die Tour war sehr gelungen und hat richtig Spaß gemacht. Am Abend ernteten wir ein großes Lob von unserer ‚Bergführerin‘. Sie war zufrieden mit ihrer Truppe. Bei Gerstlsuppe, Pollo und Casa Rosso ließen wir die Besteigung noch mal Revue passieren und waren alle einstimmig der Meinung, das war heute ein „ernsthaftes alpines Unterfangen“ (für Insider).

Jetzt heißt es schnell und gut schlafen, damit wir morgen fit für den Klettersteig sind, bei dem sich laut Internet die Spreu vom Weizen trennt. So dachten wir heute – und morgen kam alles ganz anders. Das komfortable Bettenlager im Dach hatten wir ganz für uns.

 
Marmolada, Gradbild

Marmolada Gradbild

Marmolada Korbseilbahn

Marmolada, Korbeseilbahn

Marmolada, Ankunft an der Hütte

Marmolada, Ankunft an der Hütte


Sonntag 15.08.2010: Während der ganzen Nacht und noch beim Frühstuck wehte ein heftiger Sturm mit starkem Regen. Es zeichnete sich schon bald ab, dass unser großes Vorhaben, „Wisst ihr überhaupt, auf was ihr euch da einlasst“ (O-Ton Katja), gemeint ist der Ferrata Trincee (K5), aufgeschoben werden muss.

So genossen wir erstmal das gute Frühstück. Alternativen wie Shoppengehen, zum Gardasee fahren oder einen gemütlichen Saunatag einzuschieben, gab es genug, aber eigentlich wollten wir ja wandern. Als sich um 9:00 Uhr die Regenwolken verzogen, hatte Katja die passende Tour für die unbeständige Wetterlage parat. Schnell zogen wir uns um und machten uns auf die Socken. Mit kleinem Gepäck starteten wir Richtung Bindelweg – einem Dolomitenhöhenweg. Nachdem gestern unsere Augen nur Steine, Schnee, Eisplatten und Nebel sahen – wanderten wir heute durch grüne, saftige, wild bewachsene Berglandschaften. Immer wieder blieben wir stehen, um unseren Aufstieg zur Marmolada von der gegenüberliegenden Bergseite aus zu betrachten und in Gedanken abzuspeichern.

Nach einer kurzen Rast im Rif. Viel des Pan (2432m) machten wir uns wieder auf den Rückweg. Bei einer zweiten Pause konnten wir aus der Ferne den Einstieg und Streckenverlauf des geplanten K5 sehen. Von einem Steinplateau aus beobachteten wir die Bergsteiger, die es trotz des aufziehenden schlechten Wetters gewagt hatten.

Wir sind uns alle einig – Katja‘s Entscheidung war 100 % richtig, diesen Klettersteig bei dieser Wetterlage nicht zu gehen. Während wir zusahen, kam ein eiskalter Wind auf und das Wetter schlug ganz schnell um. Beim Abstieg Graupel und Regen, Regen, Regen – aber daran waren wir ja schon gewöhnt. Jetzt war auch der allerletzte Tropfen Wehmut um den Klettersteig verschwunden.

Montag 16.08.2010: Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück fuhren wir über den Karerpass wieder heimwärts. Wir Teilnehmer, Birgit, Paula, Michael, Stefan, Detlef, Daniel und Hanne, sagen Katja und Klemens Danke. Das habt ihr wieder super geplant und gemeistert. Wir fühlten uns immer sicher und gut aufgehoben. Danke auch an unseren „Busfahrer“ Michael, mit dem braun gelockten Schutzengel an seiner Seite, der uns wieder gut nach Hause gebracht hat.

Hanne Frey, Erlenbach

 

[Zum Seitenanfang]