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DAV MSP goes dirty!

Todsburger Schacht Eingang

Höhlentour Todsburger Schacht und Todsburger Höhle am 25.09.2011, Erfahrungen einer `blutigen` Höhlenkletteranfängerin

Sonntag in der Früh ging es los Richtung Schwäbische Alb. Nach der rund zweistündigen Fahrt kamen wir im Schwabenländle an. An einem Hotel ging es erst einmal zum Schlüssel abholen – denn die Höhleneingänge sind sicherheitshalber verschlossen. Zum Ausgangspunkt gefahren, schnell in das “wunderschöne Höhlenoutfit” geschmissen, Kletterausrüstung angezogen und los ging`s zum Höhleneingang. Den anderen Teilnehmern konnte ich nicht so richtig viel Aufregung ansehen, ich selbst war extrem aufgeregt (.. auch schon Tage vorher).

So ging Bernd als Erster in den Schacht um alle Seile etc. anzubringen, damit wir uns sicher daran abseilen konnten. Mutig wie ich war – als einzige Frau der Truppe – ging ich als dritte Person den Schacht hinunter. In der ersten Halle, direkt unter dem Eingang, angekommen musste ich mich erst an die Dunkelheit gewöhnen. Als sich alle Teilnehmer in der Halle befanden und Dieter als letzter vom Einstieg her zu uns stieß, ließ sich Bernd bereits in einen weiteren Schacht ab, damit wir tiefer in die Dunkelheit der Höhle eintauchen konnten. Um einen ersten Eindruck zu bekommen beschloßen wir für einen Moment alle unsere Stirnlampen auszuschalten und das Dunkel auf uns wirken zu lassen. Bereits nach ein paar Herzschlägen hatte man sich daran gewöhnt und nahm jeden Lichtstrahl, der vom Einstieg her kam, wahr. Aufgeregt war ich zwar noch immer sehr, aber irgendwie hatte diese – einen umhüllende – Dunkelheit etwas Beruhigendes.

Jetzt ging es richtig los – Stirnlampen an und nacheinander den nächsten Schacht hinunter. Zittrig vor Aufregung seilte ich mich auch ab. Es war unglaublich, sich ins Ungewisse abzuseilen und am Ziel nur ein paar kleine Lichter (Stirnlampen) zu sehen. Dieser Anblick ließ die Angst für den Moment völlig verschwinden und ich genoß einfach nur die Schönheit des Augenblicks. Der Zielort der ersten Abseilaktion stellte sich als eine weitere Kammer heraus. Dort wurde nach Herzenslust alles genau unter die Lupe genommen und in verschiedene Teile der Höhle hineingekrochen. So sahen die Ersten bald aus als wären sie durch Schlammpfützen gekrochen.

 
In und zwischen der Höhle

Das erste Mal eine Höhle tief unter der Erde zu sehen und zu erleben ist unbeschreiblich, überall die Felsen mit der nassen Lehmschicht darüber, nie alles auf einmal sehen zu können und stets dem Lichtkegel der Stirnlampe folgend. Es sei denn,. Bernd oder Dieter waren in der selben Kammer – mit ihren Stirnlampen hatte man sozusagen Tageslichtverhältnisse, so kam es uns anderen mit unseren „Funzeln“ auf dem Helm zumindest vor. Doch der spannendste Teil sollte erst noch kommen. Ein Stück am Seil mit den Steigklemmen aufsteigen, dann noch etwas kraxeln und ab zum nächsten Abseilpunkt.

Nur diesmal durch einen wirklich engen Schacht –wie ich dachte. Irgendwie hatte ich beim Abseilen an dieser Stelle immer das Gefühl ein Bein oder einen Arm zu viel zu haben, denn irgendetwas war immer im Weg. Am Ende dieses Schachtes sollte mich eine riesengroße Überraschung erwarten. Plötzlich stand ich an einem Spalt von dem ich dachte, „Hier geht es nicht mehr weiter, wie um Himmelswillen soll ich denn da durch passen?“. Da kamen von der anderen Seite des Spaltes auch schon prompt Anweisungen von Dieter: „…Füße voran, auf die linke Seite legen, mit linken
Arm stützen, rechte Hand am Abseilachter und dann einfach durch..!” Ohne nachzudenken folgte ich den Anweisungen und nach einer kurzen Auseinandersetzung mit meinem Helm (der wollte erst
nicht durch den Spalt) ging es auch halbwegs gut. Und wieder erwartete uns ein riesengroßer Raum. Der größte Teil lag im Dunkel, aber durch Dieters Stirnlampe konnte man Erahnen, dass es sich um einen sehr großen Raum handeln musste. Nachdem ich mich nun ohne irgendwelche Beengung durch Felsen am freihängenden Seil zu Boden gelassen hatte, konnte ich mit Boden unter den Füßen die Halle nochmals bestaunen.

Nachdem sich alle durch die Felsspalte gequetscht hatten, verteilten wir uns in der Halle um sie zu erforschen. So konnte man sich die Ausmaße dieser Halle wieder etwas besser ausmalen – die gutgelaunten Höhlenkletterer waren plötzlich doch ein ganzes Stück von einem weg, wenn man am anderen Ende der Halle stand. Unsere beiden Höhlenführer führten uns zu wunderschönen Tropfsteinen. Bernd meinte auch, man müsse –um die Höhle wirklich gesehen zu haben– sich in einen kleinen Tunnel quetschen, um eine Kammer die sich irgendwo neben oder unter der großen Halle befand zu sehen. Ich bin auch durch den nassen Lehm gerobbt, aber hinein habe ich mich nicht gewagt. Dominik und Marcel hingegen haben es ausprobiert – dabei hatten Beide erhebliche Probleme ihre Arme irgendwie in dem Tunnel unterzubringen. Doch überall in der großen Halle gab es wunderbare kleine und große Kristalle sowie Tropfsteine und Fledermäuse zu entdecken.

 
Höhlenaussichten, Todburger Höhle

Nach einiger Zeit in der Tiefe machte sich bei jedem ein Hungergefühl breit – was zu seltsamen Fantasien von Bratwurstständen und Pizzalieferanten unter der Erde führte. Es war wohl die Zeit für den Aufstieg gekommen. Das Aufsteigen am freien Seil verlief völlig problemlos und selbst die Felsspalte, vor der ich allergrößten Respekt hatte und dachte, sie würde mich vielleicht nie wieder freigeben – war nach kurzen Anweisungen von Dieter, überhaupt kein Problem mehr.

Zurück in der zweiten Halle machten Marco, Michael und ich erst einmal Pause. Der Rest der Gruppe ging weitere kleine Kammern in der Höhle erkunden. Wir beschlossen die Dunkelheit richtig wirken zu lassen und unterhielten uns in völliger Dunkelheit bzw. schwiegen und lauschten. Wenn keine Stimmen zu hören waren, war das leise Geräusch fallender Wassertropfen das Einzige was man hören konnte. An die Dunkelheit gewöhnte man sich schnell – auch wenn man trotzdem rein gar nichts erkennen konnte. Um mich besser stellen zu können, musste ich meine Stirnlampe kurz einschalten – jetzt konnte sogar meine „Funzel“ richtig blenden.

Einige Zeit später waren wir wieder ganz an der Oberfläche mitten im Wald. Es fühlte sich an, als wären wir so zwei Stunden in der Tiefe gewesen – tatsächlich waren es mehr als sechs Stunden!! Da unsere Gruppe immer noch vor Energie strotzte, beschlossen Bernd und Dieter uns noch in die Todsburger Höhle zu führen. Hier konnten wir ohne jegliche Ausrüstung (Abgesehen von Helm und Stirnlampe) einfach in die Höhle hineinspazieren. Es erwarteten uns darin einige größere Wasserbecken, die man auf Steinen balancierend aber gut überqueren konnte. Am Ende der Höhle entdeckten wir zwei Fledermäuse an der Decke und Tropfsteine, jedoch nicht so grandios wie im Todsburger Schacht. Bei einem kleinen, unter Wasser stehenden Tunnel lagen Schwämme. Sofort waren unsere fleißigen, nimmermüden Höhlenführer dabei den Tunnel trocken zu legen, denn auch die dahinter verborgene Kammer sollte nicht unentdeckt bleiben. So robbten wir alle durch den nassen Schlamm, Berührungsängste mit Dreck gab es schon lange nicht mehr. Nach nicht allzu langer Zeit in der letzten Kammer machten wir uns durch den Tunnel zurück auf den Weg ins Tageslicht.

 

Nach vielen Stunden in den zwei Höhlen ging es nun völlig verdreckt, zurück zu den Autos.und anschließend (natürlich mit sauberen Kleidern) zum wohlverdienten Abendessen. Bernd und Dieter waren wohl sehr hungrig nach der Tour, denn auf dem Parkplatz standen beide (nach dem Abendessen!) mit beiden Händen voll Leckereien, in der einen Hand ein Eis, in der anderen ein Stück Apfelkuchen (von Marcel spendiert) – aber irgendwie hatten beide einen zufriedenen Gesichtsausdruck und ich hoffe, dass sie uns alle bei der nächsten Höhlentour wieder mitnehmen!!

Vielen Dank an Bernd und Dieter, die diesen Trip mit viel Humor und Sourveränität möglich gemacht haben! Und natürlich auch ein Dankeschön an die ganze Gruppe!

Ursula Schmidt, Reichenberg

 

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