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Schneeschuhtour in den Tuxer Alpen

Wie, Du bist an Fasching nicht da?

18. – 21. Februar 2012 – Wie, du bist an Fasching nicht da? Was, bist du verrückt, an Fasching geht man feiern und du gehst in die Alpen zum Schneeschuhwandern? Wie kann man nur freiwillig zu Fuß auf die Berge steigen, dafür gibt es doch Lifte. Diese und noch viele andere Sprüche musste ich mir anhören, als ich meinen Kollegen mitgeteilt habe, dass ich an Fasching zum Schneeschuhwandern in die Tuxer Alpen fahre. Mich hat es aber gereizt, mal was Neues auszuprobieren. Sich die Berge mal abseits der präparierten Skipisten anzuschauen und es war genau die richtige Entscheidung. Gespannt was uns erwartet machten wir uns um 6.00 Uhr von Altfeld auf den Weg in Richtung Österreich. Bis München kamen wir noch gut voran, aber dann hatten wir einen Stau nach dem anderen. Vom Inntaldreieck bis zur Abfahrt Zillertal ging es nur noch im Schneckentempo voran. Um 15:30 Uhr waren wir am Parkplatz des Lagers Walchen.

Das Lager Walchen ist mit 50 km² der zweitgrößte Truppenübungsplatz in Österreich. Hier trainieren hauptsächlich die Gebirgsjäger des Österreichischen Bundesheeres den Gebirgskampf im Sommer und im Winter. Die Lizumer Hütte, unser Domizil für die nächsten 4 Tage, liegt mitten auf diesem Truppenübungsplatz und ist ein idealer Stützpunkt für Skitouren und Schneeschuhwanderungen.

Vom Parkplatz sind es über den Zirbenweg noch ca. 2,5h Zustieg zur Hütte. Nachdem Rucksäcke fertig gepackt und die LVS-Geräte gecheckt waren, ging es gegen 16.00 Uhr endlich los. In herrlicher weißer Landschaft genossen wir noch die letzten Sonnenstrahlen auf dem Weg zur Hütte, die wir mit dem letzten Tageslicht erreichten. Nachdem die Lager bezogen waren ging es schon gleich zum Abendessen.

 

Beim Frühstück am nächsten Tag lauschten wir im Radio gespannt dem Lawinenlagebericht, Lawinenwarnstufe 3 gilt für heute. Es sind also Touren möglich. Wir entscheiden uns für den Mölser Berg. Das Wetter ist nicht das Beste, bewölkt, nebelig und leichter Schneefall, es könnte aber schlechter sein. Am Anfang geht es über eine kleine Piste mit einem Schlepplift des Bundesheeres (hier lernen die Gebirgsjäger das Skifahren) bergauf. Nach kurzer Zeit verlassen wir die Piste und gehen über ungespurtes Gelände zur Mölser Scharte auf den Gipfelgrat des Mölser Berges. Kurz vor dem Gipfel mussten wir nach 650 Höhenmeter Aufstieg aber leider umkehren, da ein weitergehen wegen den Schneeverhältnissen zu gefährlich war. An einem kleinen Gehöft suchten wir dann Schutz vor dem Wind und machten erst mal eine Pause. Dort ließen wir uns Anjas selbst gemachte Müsliriegel schmecken, echt lecker. Als wir kurz vor der Lizumer Hütte waren hieß es erst mal LVS-Grundlagen auffrischen. Klemens vergrub verschiedene Sachen am Wegesrand und wir mussten mit der Sonde erstasten, ob es sich um einen Rucksack, eine Lawinenschaufel oder Klemens selber handelte. Gar nicht so einfach. Danach ging es zur Lizumer Hütte zurück und wir warteten aufs Abendessen.

Am nächsten Tag warteten wir wieder auf den Lawinenlagebericht, wieder Lawinenwarnstufe 3. Heute entschieden wir uns für die Torspitze. Das Wetter war heute noch schlechter als gestern. Es hatte die ganze Nacht geschneit und wir mussten viel Spuren. Von der Landschaft bekamen wir fast nichts mit, da die Sicht sehr schlecht war. Nach 750 anstrengenden Höhenmetern Aufstieg erreichten wir den Gipfel, den wir nach dem üblichen Gipfelfoto aber gleich wieder verließen um uns ans an den Abstieg zu machen, da es sehr ungemütlich war. Zurück an der Hütte wärmten wir uns erst mal bei einer heißen Tasse Kaffee und einem Stück Apfelstrudel auf, bevor es nochmal draußen ging, um die LVS-Suche zu verfeinern.

 

Als Abschlusstour wählten wir die Mölser Sonnenspitze um dann über das Mölser Tal zum Parkplatz abzusteigen. Bei traumhaften Wetter ging es los. Das Pech mit dem schlechten Wetter der letzten beiden Tage war wie weggeblasen. Am Gipfel hatten wir ein beeindruckendes Panorama mit Blick auf die Zillertaler Alpen im Osten und die Stubaier Alpen im Westen. Der Abstieg über das Mölser Tal war herrlich. Wir hatten das Glück, die Ersten nach dem Schneefall der letzten Tage hier zu sein und so konnten wir die erste Spur legen. Nach fast 6 Stunden erreichten wir müde, aber sehr zufrieden den Parkplatz und machten uns wieder auf den Weg in Richtung Heimat.

Klemens hatte aber immer noch nicht genug und wir lieferten ihn noch im Zillertal bei der JDAV MSP Familiengruppe ab, die hier bis Sonntag zur Familien-Winter-Freizeit war. War ein super Wochenende und ich freue mich schon wieder auf das nächste Jahr.

Sebastian Helfrich
Neustadt

 

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