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Aschaffenburger Höhenweg

Über sieben Schneiden musst Du gehen ….

3. – 5. August 2012: Im Vorfeld mal auf der Karte geschaut, wo denn die Ahornspitze und der Weg so ist. Ich habe mich schon ein bisschen gewundert über die Angabe der Gehzeit, da Höhenmeter und Entfernung eigentlich eine kürzere Zeit ergeben müssten. Also wird das bestimmt eine chillige (einfache) Tour. Und mit Walter wollte ich eh schon immer mal gehen. Also angemeldet und warten auf den Termin. Wettervorhersage abgefragt. Ups das sieht ja mal gar nicht gut aus. Eine Regenwahrscheinlichkeit von über 70% und die Menge ist auch beachtlich. Also Internet befragen. Die eingestellten Tourenberichte können einem Angst machen: „Grashänge sehr gefährlich bei nassem Wetter“, „schwierige Tour bei schlechtem Wetter“, etc. Naja, schauen wir mal. Zwei Tage vorher ruft Walter an und fragt wie es aussieht. Ich habe mit Gisela schon länger drüber diskutiert. Wir verlassen uns auf Walters Urteil. Hin fahren wollen wir auf jeden Fall und schauen dann einfach mal vor Ort wie es aussieht. Das ist auch der Grundtenor in der gesamten Gruppe.

Bei unserer Ankunft im Tal regnet es schon mal nicht. Also los. Die ersten Höhenmeter bewältigen wir mit der Gondel. Dann noch ein kurzer recht flotter Anstieg zur Karl von Edel Hütte. Wir wollen heute noch einen Gipfel erstürmen. Kurz auf der Hütte angekommen bricht ein ordentlicher Regenschauer herein. Gut dass wir relativ flott gestartet sind. Nach einer kurzen Stärkung machen wir uns auf zur Ahornspitze. Mit Getränk, Müsliriegel und Regenjacke als Gepäck eine wirklich schöne Sache. Man läuft da so leicht. Zwischen verwehenden Wolkenfetzen ein kurzes Päuschen und wieder runter zur Unterkunft. Und das alles ohne einen Tropfen Regen.

Beim Abendessen reden wir über den nächsten Tag. Laut Wetterprognose steigt die Regenwahrscheinlichkeit gegen Mittag stark an. Also – gehen wir halt ziemlich früh los.

 

Zu Beginn gleich mal ein ordentlicher Anstieg. Das von Walter vorgegebene Tempo ist in meinen Augen (bin ja der SLOMO) ein bisschen zu schnell, aber dennoch gut machbar. Und, wir müssen uns ja ein wenig eilen, da die Nachmittagsgewitter uns sonst eventuell erwischen. Während wir die erste Schneide überqueren, frage ich mich was denn eine Schneide überhaupt ist. Ich bin ja dumm geboren. Immer wieder taucht diese Frage für mich auf, bis ich sie dann bei einer kleinen Trinkpause mal stelle. Und siehe da, wieder was gelernt. Prima. Mittlerweile glaube ich auch zu wissen, warum die Gehzeit für die Tour so verhältnismäßig lang angegeben ist. Wir durchqueren überwiegend blockiges Gelände und hüpfen von Stein zu Stein. Das kostet natürlich Zeit und – merke ich jetzt auch langsam – Kraft.

 

Nach ca. 2/3 des Weges erreichen wir eine echt noblige Schutzhütte. Ein Eintrag im Gästebuch amüsiert uns: „Die Matratzen könnten weicher sein.“ Und das bei einer Schutzhütte. Wir denken uns jeder seinen Teil. Dann geht’s weiter. Wir sehen die Kassler Hütte. Zum Greifen nah und doch ewig weit weg. Ist eigentlich nicht mehr weit. Nur noch 1½ Stunden. Also gut. Meine Kondition ist fast am Ende, der Weg noch nicht. Hinter uns hört man ein dumpfes Grollen und Krachen. Endlich finden sich auch die angekündigten Gewitter ein. Aber glücklicherweise noch weit hinter uns. Ich finde es echt gut wie Walter immer wieder das Tempo anpasst und die Pausen so setzt, dass jeder mithalten kann und zufrieden ist. Nun noch das letzte Stück zur Hütte. Warum muss es jetzt erst wieder runter gehen, damit wir dann auf die Hütte wieder aufsteigen können. Mist. Ich schalte gedanklich um auf SLOMO. Blockiges Gelände zu Ende. Stöcke raus. Schön langsam weiter, dann komme ich auch an. Blödes Gewitter im Nacken. Sei endlich ruhig. Die letzten 200 Höhenmeter sind heute aber verdammt lang. Und tatsächlich. Da ist die Kassler Hütte. Jetzt weiß ich warum die Tour als konditionell anspruchsvoll gilt. Aber der Weg hat sich gelohnt.

Die Hütte ist schön eingerichtet und wir werden mit klaren Anweisungen wie „Ihr sitzt hier, euer Lager ist Nr …“ empfangen. Gefällt mir. Alles klar strukturiert. Nach dem Abendessen gibt es einen ausführlichen Wetterbericht durch den Hüttenwirt. Das ist ja mal was Tolles. Nach einer erholsamen Nacht kam der lockere Abstieg. Hierbei erlebten wir noch ein klein wenig Nepper, Schlepper, Bauernfängerei. Doch dazu will ich nur sagen. Fahrt an dieser Stelle mit dem Bus der grade da ist und wartet nicht auf eine bestimmte Farbe, auch wenn euch der Hüttenwirt etwas anderes sagt. So endet eine sehr schöne und toll geführte Tour. Danke Walter.

Wolfgang Baum, Ansbach

 

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