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Höhlentour Falkensteiner Höhle

Falkensteiner Höhle, Wasser bis zur Unterlippe

Ein Abenteuer, das man nie vergisst !

„Hey Phil, ja, der Typ aus dem Tauchsportladen sagte die Neoprensocken kosten `n Zwanni!“ „Zu viel!“… „Ja find ich auch, der Bernd meinte, dass es `ne Wollsocken-Tüten-Konstruktion zur Not auch tun könnte!“ – Sounds like a plan –

4.40 Uhr: Der Wecker klingelt. – Wir schreiben Sonntag den 23.09.2012, wo sich eine kleine Gruppe von Verrückten aufmachte Geschichte zu schreiben. Die Rede war von jenen, die sich berufen fühlten, die tiefsten Winckel dieser Erde zu erforschen und somit die letzen wahren Geheimnisse zu klären. Eine kleine elitäre Minderheit, welche unter uns lebt — die Teilnehmer der DAV MSP Höhlentour.

Die gemeinsame Anreise in Michaels Bus verlief prickelnd und von Heldengeschichten geschwängert. Angekommen am Parkplatz der Falkensteinhöhle (die größte wasserführende Höhle in der Schwäbischen Alb) zwängten sich die Wagemutigen in enganliegende Neoprenanzüge, welche die gestählten Körper incl. biologischer Isolierschicht wohlgeformt erscheinen ließen. Beim Anmarsch durch den dunklen Wald ließ sich niemand etwas anmerken, jedoch war der alles umschließende Geruch kaum auszuhalten – es roch nach Abenteuer und nach dem Gestank der Leih-Neo's.

Plötzlich erschien Sie vor uns. Sie war wunderschön, geheimnisvoll und zugleich übermächtig — eine Laune der Natur! Ein 30 Meter großes schwarzes Loch, welches niemals endend erschien, stand vor uns! Ohne große Worte gingen die Stirnlampen an und vorsichtig begaben wir uns ins Innere. Anfangs war der Weg noch von leichter Kletterei über Blockgelände und Stolpern durch wadenhohes Wasser geprägt, doch mit zunehmender Zeit wurde es immer enger, das Wasser wurde tiefer und die Kletterei immer rutschiger und schwieriger. Auf einmal stoppte der Trupp. Auf den ersten Blick erschien es wie eine Sackgasse, doch dann wurde alles klarer.

Über dem Wasser war ein wenige Zentimeter kleiner Spalt Luft bis zur Felsdecke. Eine dünne Reepschnur, die an beiden Enden des 6 Meter langen Siphons befestigt war, wies den Weg. Nun hieß es, allen Mut zu sammeln, sich langsam in das wenige Grad kalte Wasser auf den Rücken zu legen. Der Mund bildete einen kleinen Trichter, der wenige Zentimeter aus dem Wasser reichte. Langsam und ruhig war die Anweisung der Profis Bernd und Dieter. Alle unterwanden das Hindernis. Auf der anderen Seite war die Stimmung deutlich bedächtiger. Allen wurde mehr und mehr klar, in was für eine Sache sie sich tatsächlich begeben hatten und dass dies nur der Halbsiphon war. Zwei weitere echte Siphons sollten noch folgen.

 

Weitere anstrengende Stunden waren erfüllt mit Kraxeln über Wasserfälle und Klettern, Kriechen, Schwimmen und Zwängen durch enge Schlufe. Dann erreichte das Team den nächsten Siphon. Manche waren sich bereits sicher, daß hier das Ende sein muss. Bis eine kleine aber feine Besonderheit ins Auge fiel. Ein Seil, befestigt an einem Bohrhacken verschwand tief im dunklen Wasser. Langsam erreichte die Stille ihren Höhepunkt — alle wussten, dass dies der weitere Weg sein musste! Die Instruktion lautete: Unter Wasser befindet sich ein Loch, welches 3 Meter lang durch den Fels geht und in einer hinteren Kammer wieder an die Oberfläche führt! Haltet euch am Seil fest, tief Luft holen und ruhig und langsam rückwärts an der Oberseite des Lochs durchtauchen. – Kurz Stille und große Augen!!! Die Anspannung war groß, die Angst noch größer. Fragen wie, „Was mach` ich hier eigentlich?“ Oder: „Was passiert wenn?“ gingen allen durch die Köpfe. Dieser Tag beinhaltete definitiv eine der großen mentalen Überwindungssituationen, die einem ein Leben lang in Erinnerung bleiben! Keine Frage – alle meisterten auch dieses Hindernis!

Nach weiterem Tauchen, Schwimmen und Klettern zwischen traumhaften Tropfsteinen, Passagen wie am Sandstrand oder wie in Korallenriffen, erreichten die Wagemutigen den Nullpunkt — den Nullpunkt der Falkensteinhöhle, d.h. der hinterste ohne Tauchausrüstung begehbare Punkt war geschafft – nach über 4 Stunden das erste Ziel. Wieso das Erste? Weil sich die Gruppe zu diesem Zeitpunkt tief unter der Erde 3500 Meter weg vom Eingang befand!

 

Da jeder seines Lebens lieb war und die letzten Funken Überlebenswille noch in allen leuchteten, war klar, dass es das zweite Ziel war, diese lebensfeindliche Gegend heil wieder zu verlassen! Die Strecke zurück verlief ohne größere Blessuren und Unfälle. Die Gruppe erreichte nach insgesamt fast 8 Stunden wieder das Licht des Tages. Nach den ganzen Strapazen sah man neben müden und erschöpften Gesichtern auch ein unbezahlbares Funkeln in den Augen von allen. Eines der letzten kleinen Abenteuer ist nun Teil von uns.

Wir bedanken uns herzlich bei Bernd und Dieter für einen super schönen Tag, eine perfekte Führung und für die vielen mentalen Zusprüche Untertage.

Marcel Brönner, Tiefenthal

 

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