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... und täglich grüßt das Murmeltier

11 bis 15. Juli 2013, Die Dolomiten, schon lange ein Traumwandergebiet für mich – und irgendwann soll man seine Träume ja leben. Deshalb habe ich mich gleich im kalten, grauen Januar für die Tour im Schlern- und Rosengartengebiet angemeldet, in der Hoffnung auf warme und sonnige Tage in Südtirol.

Unsere gemischte Gruppe (eine Frau und acht Männer; die Frauenquote ist noch ausbaufähig) traf sich im Juni zur Vorbesprechung, um sich kennenzulernen und die Tour und die erforderliche Ausrüstung zu besprechen. Bernds Beschreibung der Gipfel und der Bergwelt Südtirols machte mir noch mehr Lust auf diese Sektionsbergtour. Hoffentlich geht´s bald los!

Am Donnerstag, 11. Juli, um sieben Uhr war es endlich so weit. Die Main-Spessart- Gruppe Bernd (unser Wanderleiter), Dagmar (die Quotenfrau und Mitorganisatorin) sowie die Teilnehmer Heribert, Gerhard, Helmut, Erwin und Erwin, Ralf und ich starteten in einem Mercedes-Sprinter von Laudenbach gen Süden. Nach einer Mittagspause in Nassereith am Fernpass erreichten wir gegen 15:00 Uhr den Parkplatz in Compatsch auf der Seiseralm in Südtirol. Wir schnürten die Wanderstiefel, schulterten unsere Rucksäcke und begannen den Aufstieg zur Tierser Alpl. Zuerst wanderten wir über saftige Tiroler Wiesen der Seiser Alm, vorbei an Kühen und Lamas, an Almen und Gasthäusern, gekrönt von einem atemberaubenden Blick auf den Langkofel. Dann ging es über einen felsigen Anstieg zur Rosszahnscharte auf 2499m und gegen 18:00 Uhr erreichten wir die Alpe, unser Quartier für die nächsten vier Tage und Nächte. Kurz vor dem Ziel wurde unsere Gruppe von einigen pelzigen Murmeltieren begrüßt. Wir bezogen unsere Zimmerlager mit Stockbetten, und setzten uns an „unseren Tisch“ zum Abendessen. Meine Highlights des Tages: Die persönliche Murmeltierbegrüßung (ich weiß bis heute nicht wie Bernd das organisiert hat) und die grüne Weite der Seiser Alm.

 

Am Freitag stiegen wir nach einem schmackhaften Frühstück vom Büfett und Kaffee satt gegen halb neun in den Maximiliansteig ein. Wir kraxelten bei herrlichem Sonnenschein mit Blick auf die Dolomitengipfel und die weit unter uns liegende Seiser Alm in Richtung Schlernhaus. Unterwegs machten wir eine kleine Brotzeit. Um eins erreichten wir das gut besuchte Schlernhaus und genossen dort ganz besondere Ausblicke. Ein Teil der Gruppe (die mit besonders viel Energie) stieg noch ein paar Höhenmeter auf den Gipfel des 2564m hohen Petz.

Anschließend saßen wir am Schlernhaus in der Sonne bei Kaffee und Kuchen oder Brotzeit und Weißbier mit Blick auf die Rosengartengruppe; Wandererherz was willst du mehr? Nach ausgiebiger Rast wanderten wir unterhalb des Roterd Spitz zurück zur Tierser Alpl. Dort musste ich mir zunächst meine Crocs zurückerobern, die sich ein Italiener aus dem Schuhregal „ausgeliehen“ hatte. Bernd ereilte am nächsten Tag das gleiche Schicksal. Zum Abendessen gab es heute für mich Rindsgulasch mit Speckknödel und frischen Joghurt mit Früchten und wir verbrachten einen gemütlichen Abend auf der Hütte. Meine Highlights des Tages: Das phantastische Panorama vom Schlernhaus auf Vajolettürme und Rosengarten bei Kaiserwetter bei einer Tasse Kaffee.

Für den Samstag hatte sich Bernd eine ganz besondere Tour ausgedacht. Wir erkundigten uns beim Wirt nach den Weg- und Schneeverhältnissen und stiegen in 2 ½ Stunden durch felsiges Gelände und viel sulzigen, schweren Schnee zur Grasleitenpasshütte. Nach einer kurzen Trinkpause ging es weiter bergauf über den Antermoiapass, mit 2770m der höchste Punkt unserer Wanderung, zur einstündigen Mittagsrast auf die Antermoiahütte auf 2599m. Gegen 14 Uhr machten wir uns, vom Tiroler Essen gestärkt wieder auf den Weg. Es ging hinunter ins grüne Val Duron (1955m) und wieder hinauf zur Tierser Alpl, die wir gegen 17 Uhr erreichten. Und jetzt den Genuss einer warmen Dusche. Nun hieß es anstellen und abwarten. Die Erkenntnis des Tages war: Manche schaffen es, sich für drei Euro in fünf Minuten zu dritt zu duschen. Ich habe mir mehr Zeit gelassen, denn das Wasser hört nach der Zeit nicht auf, sondern wird nur kalt. Das belebt den Kreislauf und man wird wieder fit. Meine Highlights des Tages: Eine Traumtour durch Grün, Schnee und Fels, die faszinierende Stille und ein eiskalter, glasklarer teils schneebedeckter Antermoia-Bergsee.

 

Am Sonntag stand eine eher gemütliche Tour auf dem Programm. Wir brachen um halb neun in Richtung Plattkofelhütte (2300m) auf. Unser Weg führte uns durch Kuhherden und über Weidezäune immer mit Blick auf Platt- und Langkofel. Das Wetter spielte auch heute wieder sehr gut mit, die Sonne lachte! Unsere Mittagsrast verbrachten wir auf der Sonnenterrasse der Zallingerhütte. Die Südtiroler Brotzeitplatte hier ist der Hit: Tiroler Speck, Käse und Bauernbrot. Viele Südtiroler in Tracht genossen den Tag des Herrn auf der Seiser Alm, in einer kleinen Kapelle neben der Zallinger wurde ein Gottesdienst gefeiert. Unser Rückweg führte unterhalb der Rosszähne entlang. Pünktlich zur Kaffeezeit waren wir zurück an unserer Basis, der Tierser Alpl. Nun war erholen, lesen, unterhalten, Bier trinken, sonnen oder neudeutsch „chillen“ angesagt. Meine Highlights des Tages: Ein Drei Gänge- Menü mit leckeren Tiroler Spezialitäten und Faust-Hefeweizen aus Helmuts Heimat Miltenberg.

Leider geht auch die schönste Bergtour zu Ende und so hieß es Abschied nehmen von der Tierser Alpl und den Dolomiten. In Kastelruth kauften wir, auf Heriberts Empfehlung, noch Tiroler Speck, Käse und andere Südtiroler kulinarische Spezialitäten ein. Die “Spatzen” habe ich nicht gesehen. Um 18.30 Uhr erreichten wir nach einem erlebnisreichen, sonnigen Südtirol-Wochenende wieder unsere Heimat. Meine Highlights der Tour: Eine tolle, bunte Gruppe, ein erfahrener Wanderleiter, eine gute Mitorganisatorin (herzlichen Dank an Bernd & Dagmar), tolle Gespräche und sehr viel Spaß und Humor. Die Dolomiten als Bergsteigerparadies waren für mich ein gelebter Traum.

Thilo Steigerwald, Partenstein

 

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