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Herausforderung für Klettersteiggeher

Samstag 17. August Schweiz Leukerbad Gemmipass 2322 m; Es lagen 10 h Anstrengung vor uns und eine der größten Herausforderungen der Schweiz, er sei der längste und einer der schwierigsten Klettersteige!

Es muss der Tag danach sein, man muss sich gut fühlen, Zweifel sind nicht angemessen, nur der Wille nach oben, die äußeren Umstände passen. Der Klettersteig ist gut aufgebaut. Im ersten Drittel bereits unendlich lange Leitern mit Zwischenpodest. Es waren allesamt erfahrene Klettersteiggeher am Start, aber man muss den Tag danach haben.

An der Abzweigung musste ich jedem die Entscheidung abverlangen ob man sich der Herausforderung an diesem Tag stellt! An dieser Stelle meinen Respekt an die Truppe. Die gute Selbsteinschätzung an der Abzweigung brachte der gesamten Truppe den Erfolg, jeder auf seine Weise an diesem Tag.

Es ist eine bereichernde Bergerfahrung, es waren auch wieder zu viele waghalsige Personen im Steig ohne Wasser, nur mit T-Shirt um nur zwei aus der Hitparade zu nennen, kein Wunder dass auch an diesem Tag der Air-Zermatt-Rettungsdienst 2 Bergsteiger ausfliegen musste.

Mein Dank an die tollen Bergsteiger aus Main-Spessart, an eine tadellose Disziplin und tolle Momente in einer der schönsten Wände die ich kenne!

Katja Manger, Fachübungsleiterin im DAV MSP

 

Bauchgefühle, Wer hat sich die Zeit genommen dem Insektenorchester zu lauschen ?

Ich habe mich für die Klettersteigtour in der Schweiz mit Gletscher-überquerung angemeldet. Seit Wochen trainiere ich und halte mich fit. Trotzdem, die Zweifel, ob ich den längsten und schwierigsten Klettersteig der Schweiz schaffe, nagen an mir.

Donnerstag ist die Anreise ins Wallis. Am Freitag steigen wir in der Früh über den Gletscher hoch zum Wildstrubel. Um sicherzugehen machen wir den Gipfel nebendran auch noch mit, wäre ja wirklich ärgerlich, wenn man den falschen Gipfel …… auf jeden Fall haben wir uns gut akklimatisiert und sind dann bei strahlendem Sonnenschein wieder in zwei Seilschaften hinabgestiegen zur Lämmernhütte.

 

Samstagfrüh gibt es um 6 Uhr Frühstück auf der Wildstrubelhütte. Um 7 Uhr geht’s los Richtung Einstieg Klettersteig „Daubenhorn“ der Kategorie K5/6. Wir ziehen unser Gerödel an und steigen ein. An einer Schlüsselstelle im ersten Drittel lasse ich ganz schön viel Kraft. Zweifel kommen wieder hoch. Während der Brotzeit, an der einzigen Ausstiegsstelle im Steig, wäge ich ab und komme zum Entschluss, dass 50 zu 50 zu wenig ist für einen K5-6. Man muss die Herausforderung wirklich wollen.

Sonja, Stefan, Clemens und ich verabschieden uns von der restlichen Gruppe und nehmen den Notabstieg ins Tal nach Leukerbad. Natürlich hängt jeder von uns noch seinen Gedanken nach, aber letztendlich hat jeder auf sein Bauchgefühl gehört, egal ob er den Berg hoch oder runter gegangen ist.

Der Notabstieg von einem K5-6 ist eben nur ein Notweg und kein Wanderweg 900 Hm↓!
Nachdem wir zwei Drittel vom Weg gelaufen sind, standen wir plötzlich in einer kunterbunten Bergwiese. Das Summen, Brummen und Zirpen war so lustig und so einmalig, dass wir beschlossen, hier zwischen den hohen Gräsern, den duftenden Blumen und den fleißigen Insekten ein „Mittagsschläfchen“ zu halten und erst dann weiterzugehen, wenn die Sonne unsere verschwitzten Hemden und dampfenden Socken getrocknet hat. Wir waren schon alle oft in den Bergen, aber keiner von uns hat sich je die Zeit genommen und sich in eine Wiese gelegt und dem Insektenorchester gelauscht. Mein Gott war das schön! Genießen Extreme!

 

Am späten Nachmittag kamen wir fast zeitgleich mit Katja, Paula, Oswin, Detlef und Ulli auf unserer Hütte an. Sie haben den Klettersteig gemeistert. Man hat ihnen angesehen, wie glücklich und erleichtert sie waren. Respekt – Tolle Leistung! Und uns mit einschließlich Hans hat man angesehen, das wir auch glücklich waren, den Mut aufgebracht zu haben, zu sagen „ Wir steigen ab“.

Ich für mich habe entschieden, dass ich das Daubenhorn irgendwann machen werde, aber erst dann, wenn ich die Herausforderung auch annehmen kann. Sonntagfrüh haben wir dann die Bergkulisse genossen – und zwar liegend vom Thermalbecken aus, im Leukerbad. Danke Katja, für vier schöne Tage Schweiz.

Birgit Schech, Heßlar

 

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