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Keep Wild Climbs - Alpinklettern Bergell

Das Bergell, ein im Schweizer Kanton Graubünden liegender Granitteil der Alpen, welcher sich auf ca. 252 km2 erstreckt und uns durch seine wunderschöne, aber auch ungewohnte Plattenkletterei lockte. Wir, Marcel, Julia, Johannes und Benedikt, brachen Mitte August auf, um im Val da l'Albigna, diese Art der Kletterei und den stets rauen Granit wahrzunehmen. Doch bevor wir einen einzigen Klettermeter zurücklegen konnten, wartete ein Aufstieg von ein paar Hundert Höhenmetern auf uns, selbstverständlich mit vollbepackten Ruck-säcken, die Schlafsäcke, Kletterausrüstung und Essen für mindestens vier Tage beinhalteten, sprich zwanzig Kilogramm Minimum.

Am nächsten Tag nahmen wir uns am Spazzacaldeira die Via Felici, mit anschließender Begehung der La Fiamma vor. Eine wunderschöne Mehrseillängentour mit einigen Seillängen im Grad 6a, die für uns eigentlich nicht schwierig sein sollte jedoch eine ganz andere Kletterei abverlangte als die, die wir aus der Fränkischen Schweiz kannten. Das heißt, eine verdellte rauhe Granitplatte hochwackeln. So kam es, dass wir am Ende der Tour die La Fiamma nicht klettern konnten, da wir einfach viel zu langsam (eine Seilschaft zu viert) und mit dem sauberen Treten auf der Platte beschäftigt waren. Kam uns jedoch ab und an ein Leistengriff in die Hand, trieb es uns, aus Freude, schier Tränen in die Augen. Nachdem wir abseilten und wieder spät nachmittags am Wandfuß ankamen, schmerzten nicht Unterarme und Finger, sondern die Zehen, mit denen man ausschließlich „geklettert“ ist. Am Abend gab es, wohl rationiert, 250 g Gramm Nudeln pro Person und zum Einschlafen einen Sternenhimmel, der wohl kaum an die Schönheit all jener Sternenhimmel zuvor in unserem Leben kam.

 

Am nächsten Tag trennten wir uns, Joh und Benni bildeten eine Seilschaft und kletterten am Piz Balzet eine acht Seillangen Tour mit dem Namen „Albigna Geist“, die von jeder Kletterei etwas bot, wackelige Platten, Verschneidungen, Grate und fast senkrechte Plattenkletterei (mit Griffen!). Marcel und Julia vergnügten sich mit einer leichteren, aber deutlich längeren Tour in der Nähe der Albignahütte. Am Abend nippte man gefühlte zwei Stunden an seinem 6 € Bier und genoss wieder einen wunderbaren Sternenhimmel zum Einschlafen.

 

In der selben Nacht wurde wir leider von einem Wettereinbruch gezwungen, in der Hütte die restliche Nacht zu verbringen und am nächsten Tag das Alpinklettern abzubrechen, da für die restliche Woche im kompletten Alpenraum schlechtes Wetter gemeldet wurde.

Am nächsten Morgen stiegen wir wieder ab und machten uns auf, in Richtung Heimat.
Was blieb, waren wunderschöne Impressionen von ungewohnter, aber doch unglaublich schöner Kletterei, von einer Umgebung, wie sie wir zu Hause gar nicht kennen und von einem Leben, in dem man auch einige Tage normale Alltagsgegenstände entbehren konnte.

Hier noch ein paar Anekdoten von dieser Tour und Ratschläge für zukünftige Unternehmungen:

- Man kann nie genug Mineralien und Wasser zu sich nehmen!
– Ein nahrhaftes Frühstück für vier Personen: Ein halbes Leib Brot und ein Glas Nutella.
– Vergesst den Kaffee nicht, sonst wird alles doof!
– In Gletscherwasserfällen zu duschen ist ein arschkaltes Unterfangen!
– Packt immer eine Ersatzunterhose ein, sie könnte bei einer akrobatischen Plattenbewegung reißen und ein großes Loch hinterlassen!

Benedikt Roth

 

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