[ Zur Hauptnavigation springen ]

[ Zur Unternavigation springen ]

[ Zur Suchnavigation springen ]

[ Zur Servicenavigation springen ]

[ Zum Inhalt springen ]

[ Zu den aktuellen Meldungen springen ]

Servicenavigation:


Unternavigation:

Inhalt:

Berggeschichten – Berichte unserer Mitglieder

Mindelheimer Klettersteig am 27/28. September 2008

Aus der Sicht von Gisela Baum, Familienreferentin und Teilnehmerin

Eine Bergtour mit Hindernissen oder Einer trage des anderen Last!

Hurra – es klappt ich kann mit zur Wochenendtour, habe von meiner Familie „frei“ bekommen. Der Mindelheimer Klettersteig soll es sein. Nicht besonders schwierig, wie mir versichert wird. Ich sage zu. Danach ein Blick ins Internet – da gehen die Meinungen schwer auseinander, von: „mir war die ganze Zeit nicht wohl“, „einige ungesicherte Stellen im I. und II. Bereich – natürlich absturzgefährdet“, bis zu „man braucht eigentlich keine Sicherungen ist ganz einfach“, ist alles dabei. Ich merke ein Unbehagen aufsteigen – ungesicherte Stellen im II. Bereich mag ich gar nicht. Aber trotzdem, es gibt jetzt kein Zurück mehr – da muss ich durch. Unser Betreuer Oleg will zur Sicherheit ein Seil mitnehmen – ich bin beruhigt.

Am Samstag morgen Anfahrt bei schönstem Wetter, der Aufstieg zur Hütte – alles easy. Was auffällt ist, Oleg hat den kleinsten Rucksack trotz 30m Seil – ich den größten. Auf der Hütte haben wir noch einen schönen Abend, bevor wir rechtzeitig ins Lager gehen, morgen heißt es um 6:30 Uhr aufstehen. Am nächsten Morgen merke ich, irgendwas stimmt mit meinem Magen nicht, trotzdem heißt es fertig machen und ab zum Frühstück doch da ist es wieder dieses Magengrummeln. Ich versuche es zu ignorieren und esse eine Schale Müsli mit einer Tasse Kaffee – packe beides nicht.

Dann geht’s zum Aufstieg zum Klettersteig, alles ganz normal. Doch kurz nach dem Einstieg muß ich stehen bleiben – ich glaube mir wird schlecht – das Müsli vom Frühstück sucht sich seinen Weg – mitten auf dem Weg – total peinlich. Aber dafür geht es mir danach besser, auch wenn mir gesagt wird, dass ich ziemlich käsig aussehe. Rucksack auf und weiter. Ich konzentriere mich auf den Klettersteig und auf das Sichern, tatsächlich kommen auch ein paar ungesicherte Stellen – kein Problem – nicht lange nachdenken – einfach drüber. Immer wieder machen wir ein paar kurze Pausen, wofür ich dankbar bin. Ich merke doch, dass ich nicht 100%ig fit bin – trotzdem macht der Klettersteig Spaß- wir haben tolles Wetter und super Aussicht. Ich denke 3 Stunden waren angegeben, da müssten wir ja bald an der Hütte sein, aber Oleg dämpft meine Hoffnung mit dem Hinweis, dass wir nach dem 2. Gipfel jetzt die Hälfte der Strecke geschafft haben, aber das Schwierigste wäre jetzt rum.

Okay, kann man nichts machen, also weiter klinken, klettern, klinken… Noch ein Köpfle dann haben wir’s sagt Oleg, doch nach dem Klettersteig taucht noch ein Gipfel auf, diesmal mit einem Gipfelkreuz. Oleg merkt, dass ich ziemlich fertig bin, habe schließlich
den ganzen Tag nichts im Magen. Er bietet mir an meinen Rucksack zu tragen, was soll ich machen – ich willige ein. Den allerletzten Anstieg zum letzten Gipfel schiebt er mich fast hinauf. Der weitere Weg zu Hütte geht jetzt einfach. Dort machen wir eine
Stunde Pause. Ich frage Oleg: Wie lange geht es noch ins Tal? Er meint 2,5 Stunden, ich bin erleichtert, das schaffe ich noch. Was ich nicht wusste, dass der Weg in Wirklichkeit mit 5,5 Stunden angeben war. Wir gingen los, ich wieder mit Rucksack und gestärkt mit Tee und Suppe. Langsam merkte ich, dass der Abstieg doch länger angegeben ist. Wieder nimmt Oleg meinen Rucksack, während Holger mich fast pausenlos mit Dextroenergen füttert. Achim – durchtrainiert läuft voraus, um das Auto vom Parkplatz näher ranzuholen. Wir wissen, dass es knapp wird, wenn wir nicht im Dunkeln laufen wollen.

Irgendwie funktionierte ich nur noch, einen Schritt vor den anderen, langsam dämmert es, noch etliche Höhenmeter sind zu gehen, irgendwann kommt uns Achim entgegen- mit einer Taschenlampe. Dann sind wir endlich am Auto. Sabine bietet mir den Vordersitz im Auto an. Dankbar legte ich mich in den Sitz. Noch ein letztes Aufmurren meines Magens und dann schlafe ich auch schon ein.

Daheim angekommen, geht es mir schon wieder so gut, dass ich selber heimfahren kann. Um 00:30 Uhr komme ich zuhause an. Am nächsten Tag muss ich wieder zur Arbeit, der ganze Spuk ist vorbei, außer der mächtige Muskelkater in den Oberschenkeln.

Im Nachhinein war es eine gute Erfahrung, eine schöne Tour, trotz der Anstrengungen und vor allem die Erfahrung dass ich so toll unterstützt wurde. Danke an alle die dabei waren, insbesondere natürlich an Oleg. Hoffentlich nimmt mich jetzt noch jemand mit!

Gisela Baum

 

[Zum Seitenanfang]